Anfangs Juni führte der NATURSCHUTZVEREIN FRICK unter Leitung von Paul Mösch eine gut besuchte Exkursion ins Orchideengebiet durch. Das älteste Naturschutzgebiet des Kantons Aargau liegt im Gemeindegebiet von Bözen und Effingen. Im lichten Föhrenwald wachsen Zweiblatt, Spitzorchis, Handwurz oder Fliegenragwurz. Wacholderbüsche geben dem Gebiet eine spezielle Note. Der an den Waldrand grenzende, südexponierte Abhang weist schöne Heckenbestände und Magerwiesen auf.
Infolge einer Fehlinformation über die Abfahrtszeit nach Bözen, entschieden sich die wanderbegeisterten Naturschützer, den Weg auf den Nätteberg zu Fuss zu absolvieren. Die Nachzügler, die mit dem Postauto anreisten, trafen dann zur geplanten Zeit auf dem Nätteberg auf die gutgelaunte Wandergruppe. Anschliessend erfuhren die 23 Orchideenliebhaber von Paul Mösch einiges über die Entstehungsgeschichte des Gebietes. Es ist heute kaum mehr vorstellbar, dass Rebbauern noch im letzten Jahrhundert in mühsamer Handarbeit Humus vom Nätteberg zusammenkratzten und mit ihren Schubkarren in ihre Rebberge karrten. Dank dem humusarmen Boden und dem Vorkommen der lebensnotwendigen Bodenpilze gedeihen verschiedene Orchideenarten. Die Orchideen gehören zu den jüngsten Pflanzenarten und bilden zugleich die grösste Pflanzenfamilie. Alle wild wachsenden Orchideen sind gesetzlich geschützt. Der Wechsel von sehr trocken zu sehr feucht kann im Gebiet Nätteberg-Hessenberg sehr rasch erfolgen. Man spricht hier von einem wechselfeuchttrockenen Boden, welcher für die wenigsten Pflanzenarten günstig ist. Die karge Vegetation entspricht wunderbar den Lebensraumanforderungen der Orchideen.
Paul Mösch spendierte beim Zwischenhalt am Ende des Orchideengebietes einen feinen Schluck Weisswein aus seinem Rebberg. Bei der anschliessenden Wanderung durch die Rebberge Richtung Elfingen erfuhr die fidele Gruppe durch den Fachmann Wissenswertes über den Rebbau. In Elfingen traf die Exkursionsgruppe gerade recht zur Zvierizeit im Sternen ein.





