In der südexponierten Orchideenwiese spürte man förmlich die Trockenheit. Es waren wenige und vergleichsweise zu kurz gewachsene Orchideen am Blühen. Der Hang wurde bis 1920 für den Rebbau genutzt, danach diente die Fläche dem Kartoffelanbau. Bevor das Gelände nach dem 2. Weltkrieg nur noch als Mähwiese genutzt wurde, sind in einer Zwischenphase viele Zwetschgenbäume gesetzt worden. Seit 1977 wird die Magerwiese durch die AGEO (Arbeitsgruppe Einheimische Orchideen Aargau) abschnittweise gemäht und das Gras abgeführt. Die Bäume und Sträucher werden regelmässig zurückgeschnitten. Damit bleibt auf dem kalkigen Untergrund mit der dünnen, tonigen Humusauflage ein optimaler Lebensraum für Orchideen gewährleistet.
In einem abwechslungsreichen Rundgang führte Walter Lüssi die kleine Gruppe auf schmalen Pfaden durch Magerwiese. 15 bis 20 Orchideenarten blühen von April bis August auf dieser Fläche. Wir konnten z.B. das Grosse Zweiblatt, die Hummel-Ragwurz, die Fuchs-Fingerwurz, die Grünliche Waldhyazinthe, die Spitzorchis, die Kleine Spinnen-Ragwurz, das Helm-Knabenkraut, die Fliegen-Ragwurz sowie verschiedene Wiesenpflanzen in aller Ruhe betrachten. Typisch für das Gebiet sind auch Waldföhren, Eiben, Berberitzen und Wacholder.
Mit einem grossen Applaus dankten die Teilnehmenden dem Exkursionsleiter für die spannenden Ausführungen. Im Wissen, riesig Wetterglück gehabt zu haben, kehrten wir ins Fricktal zurück. Beim gemeinsamen Mittagessen wurde noch rege über die schönen Eindrücke im Orchideen-Lehrpfad Erlinsbach diskutiert.
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